Zeitzeugen

 

Marita Ulbricht, Berlin
„Ich dachte immer, irgendwann bin ich im Westen und ihr bleibt hier.“
Thema: Flucht, Schleuser, Haft
Biografisches: 1943 in Berlin geb.
1981 Flucht über Grenzübergang Zimmerstraße / Friedrichstraße ( Checkpoint – Charlie ) in Berlin
Kurzbeschreibung
Birgit Krüger arbeitete als Chemielaborantin in der Gaskokerei Ost – Berlin. Auf Grund des Beitritts der DDR in die UNO (Artikel 13 Absatz 1 und 2, Artikel 15 Absatz 2) im Jahre 1973 stellten wir als Familie 1976 einen Ausreiseantrag in die BRD. Schon zur damaligen Zeit sahen wir für unsere Familie keine positive Perspektive.

Nach dem Ausreiseantrag wurden wir massiv bis zu unserer Inhaftierung verfolgt. Mein Mann und ich kamen in die Stasi – U – Haft nach Berlin – Pankow. Unsere Kinder wurden zu ihren Großeltern verbracht.

Nach unserem Freikauf 1978 wurden 1979 endlich auch unsere Kinder zu uns nach West – Berlin überführt.

Dieser Schritt hatte sich gelohnt. Heute lebt Birgit wieder in Berlin.

 

Monika Schneider, Berlin
Thema: Flucht und Haft
Biografisches: 1956 in Freital geb.
1983 Fluchtversuch über Prag und Verhaftung.
In Frankfurt / Oder nach § 213 StGB – DDR ( Republikflucht ) zu 2 Jahren 6 Monaten verurteilt.
E-Mail: moni.cristo@freenet.de
Kurzbeschreibung
Arbeitete 1981 beim Stadtbezirksgericht Berlin – Mitte und danach in der Verwaltung der Staatlichen Museen zu Berlin. Nachdem ihr westdeutscher Freund 1982 nicht mehr in die DDR einreisen durfte, plante sie die DDR illegal zu verlassen.

Mit einem westdeutschen Reisepass und einem Einreisevisum für die CSSR, welche ihr Freund besorgt hatte, wollte sie die Flucht riskieren. Doch sie wurde von einem guten Freund und Arbeitskollegen, dem sie sich anvertraut hatte, verraten und in Prag verhaftet. Nachdem sie 3 Monate in der UHA 1 der Stasi in Hohenschönhausen verbrachte, wurde sie nach Frankfurt / Oder überführt, wo sie zu 2 ½ Jahren verurteilt wurde. Die Haftzeit musste sie in Hoheneck verbüßen.

Nach 2 Jahren und 4 Monaten gelangte sie im Wege des Häftlingsfreikaufs im April 1985 nach Berlin (West).

Seit 1994 ist sie Mitglied im Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen und seit 2011 nebenberuflich als
Besucherreferentin in der Gedenkstätte Berlin – Hohenschönhausen tätig.

 

Regina Labahn, Nordrhein-Westfalen (Wülfrath)
„In Hoheneck warst du einfach ein nichts“
Thema: Ausreise und evangelische Kirche, politische Haft
Biografisches:
1951 geb. in Usedom
1980 1. Ausreiseantrag danach sofortige Entführung unserer Kinder in ein Heim.
1980 – 1984 massive Verfolgung durch die Stasi.
1984 Antrag auf Staatenlosigkeit.
1984 Verurteilung nach §214 (Beeinträchtigung Staatlicher Tätigkeit) StGB – DDR §134 (Vereitlung von Erziehungsmaßnahmen) StGB – DDR
Nach Stasi Untersuchungshaft in Berlin Überführung in das Frauenzuchthaus Hoheneck.
1986 Entlassung aus dem Zuchthaus und sofortiges Verlassen der DDR Mitglied des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen
E-Mail:
kh.labahn@gmail.com
Kurzbeschreibung
Nachdem Karl-Heinz Labahn es ablehnte, der SED beizutreten, begann für die junge Familie ein langer Leidensweg durch staatliche Schikanen. 1980 beantragten die Eheleute für sich und ihre 3 Kinder erstmals die Ausreise. Auf staatliche Anordnung hin wurden daraufhin zwei der 3 Kinder in ein Heim verbracht und der Vater verhaftet. Regina flüchtete mit einem Sohn nach Rügen. Dort wurde sie jedoch von einem Pfarrer an die Stasi verraten.

1982 wurde Karl-Heinz zu 10 Monaten Haft und Regina auf Bewährung verurteilt. Auch das dritte Kind kam in ein Heim. 1983 fand das Ehepaar Unterkunft und Arbeit bei der Evangelischen Kirche in Berlin Friedrichshain. Manfred Stolpe empfahl den Eheleuten Labahn, einen Antrag auf Staatenlosigkeit zu stellen. Die Folge war eine erneute Verhaftung.

Nach der Untersuchungshaft in Hohenschönhausen im Jahr 1984 wurde Karl-Heinz zu eineinhalb, Regina zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Regina kam in das Frauenzuchthaus Hoheneck. Karl-Heinz nach Cottbus und damaligen Karl Marx Stadt. Regina und Karl-Heinz litten unter den schweren gesundheitlichen Folgen der Haft. Die DDR-Behörden hielten die Kinder auch weiterhin fest.

Erst 1987 durfte Tochter Kati ausreisen.

Nach dem Fall der Mauer holten Labahns beide Söhne gegen den Widerstand der Heimleitung aus dem Kinderheim.

Heute leben die Eheleute als Rentner im Rheinland.

 

Birgit Krüger, Berlin
„Lieber Gott, bitte lass mich nicht meine Kinder verlieren und das Sie alles gut überstehen“
Thema: Ausreise und politische Haft
Biografisches: 1945 geb. in Zeitz
1976 Antrag auf Ausreise in die BRD
1976 bis 1977 Verfolgung durch die Stasi
1977 Verhaftung und Verurteilung nach § 100, 106, 214 und 220 StGB – DDR (Staatsfeindliche Hetze) zu 2 Jahren und 3 Monaten Haft.
Nach 7 Monaten Stasi – U – Haft Überführung ins Frauen – Zuchthaus Hoheneck.
1978 Freikauf durch die BRD Ankunft in West – BerlinMitglied des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen e.V.
E-Mail: birgitkrüger@web.de
Kurzbeschreibung
Birgit Krüger arbeitete als Chemielaborantin in der Gaskokerei Ost – Berlin. Auf Grund des Beitritts der DDR in die UNO (Artikel 13 Absatz 1 und 2, Artikel 15 Absatz 2) im Jahre 1973 stellten wir als Familie 1976 einen Ausreiseantrag in die BRD. Schon zur damaligen Zeit sahen wir für unsere Familie keine positive Perspektive.Nach dem Ausreiseantrag wurden wir massiv bis zu unserer Inhaftierung verfolgt.

Mein Mann und ich kamen in die Stasi – U – Haft nach Berlin – Pankow. Unsere Kinder wurden zu ihren Großeltern verbracht.

Nach unserem Freikauf 1978 wurden 1979 endlich auch unsere Kinder zu uns nach West – Berlin überführt. Dieser Schritt hatte sich gelohnt.

Heute lebt Birgit wieder in Berlin.