Gästebuch

Annerose Matz-Donath

Annerose Matz-Donath

Herzlich willkommen in unserem Gästebuch,
liebe Leser- und -hoffentlich bald!- auch Schreiber! Ich grüße alle, die zum ersten Male diese Seiten aufschlagen ebenso wie die, denen die hier gesammelten Texte längst vertraut sind- oder soll man deutlicher sagen, die die Wirklichkeit dahinter nur allzu gut kennen?
Unser Gästebuch- ein Buch des Erinnerns! Ja, ein Stück unvergänglichen Gedenken an alle, die uns längst verlassen haben, von denen oft nur noch ihre Namen wie verblichene Spuren im Sand erhalten sind- Herzenspuren voller Leiden, voller bitteren Leids.
Aber die dürfen niemals im Dunkel des Vergessens verschwinden!

Das wünscht sich mit aller Kraft die, diesen Band heute in Eure Hände legt.

Das wünscht
Eure Annerose Matz-Donath

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Johannes Selle und Peter Beyer aus Zwönitz schrieb am 8. Juli 2018 um 12:52:
Grußwort anlässlich des Jahrestreffens des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen Freitag, 1. Juni 2018, Zwönitz Peter Beyer, Mitglied des Deutschen Bundestages Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit der Bundesregierung Johannes Selle, Mitglied des Deutschen Stellvertretender Ausschussvorsitzender Kultur und Medien Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Frau Labahn, „Die Erinnerung ist wie das Wasser: Sie ist lebensnotwendig, und sie sucht sich ihre eigenen Wege […]. Erinnerung ist immer konkret: Sie hat Gesichter […], Orte, Gerüche und Geräusche. [Und sie hat vor allem] kein Verfallsdatum […].“ -Noah- Flug Wir bedanken uns für Ihre Einladung zu Ihrem diesjährigen Jahrestreffen in Zwönitz und bedauern es zutiefst, dass wir wegen anderer beruflicher Verpflichtungen nicht persönlich bei Ihnen sein können. Nichtsdestotrotz möchten wir Ihnen zuhören, denn uns ist bewusst, dass Hoheneck eines der schlimmsten Zuchthäuser der ehemaligen DDR war. Vermutlich reicht unsere Vorstellung nicht aus, zu ermessen, wie verheerend die Zustände waren und welche Folgen die Gefangenschaft für Ihr Leben hatte undhat. Aus diesem Grund setzen wir uns im Deutschen Bundestag dafür ein, dass der Vorstand des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen Gehör findet. Gemeinsam mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur haben wir einen Weg gefunden, Sie nach Berlin einzuladen. Bei diesem Treffen möchten wir mit Fachpolitikern der CDU/CSU... Weiterlesen
Grußwort anlässlich des Jahrestreffens des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen

Freitag, 1. Juni 2018, Zwönitz

Peter Beyer, Mitglied des Deutschen Bundestages Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit der Bundesregierung

Johannes Selle, Mitglied des Deutschen Stellvertretender Ausschussvorsitzender Kultur und Medien

Sehr geehrte Damen,
sehr geehrte Frau Labahn,
„Die Erinnerung ist wie das Wasser: Sie ist lebensnotwendig, und sie sucht sich ihre eigenen Wege […]. Erinnerung ist immer konkret: Sie hat Gesichter […], Orte, Gerüche und Geräusche. [Und sie hat vor allem] kein Verfallsdatum […].“ -Noah- Flug

Wir bedanken uns für Ihre Einladung zu Ihrem diesjährigen Jahrestreffen in Zwönitz und bedauern es zutiefst, dass wir wegen anderer beruflicher Verpflichtungen nicht persönlich bei Ihnen sein können. Nichtsdestotrotz möchten wir Ihnen zuhören, denn uns ist bewusst, dass Hoheneck eines der schlimmsten Zuchthäuser der ehemaligen DDR war. Vermutlich reicht unsere Vorstellung nicht aus, zu ermessen, wie verheerend die Zustände waren und welche Folgen die Gefangenschaft für Ihr Leben hatte undhat.

Aus diesem Grund setzen wir uns im Deutschen Bundestag dafür ein, dass der Vorstand des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen Gehör findet. Gemeinsam mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur haben wir einen Weg gefunden, Sie nach Berlin einzuladen. Bei diesem Treffen möchten wir mit Fachpolitikern der CDU/CSU Fraktion im Deutschen Bundestag über das Unrecht sprechen, dass Ihnen angetan wurde. Die Details werden wir mit Frau Labahn, Ihrer Vorsitzenden, in den kommenden Wochen abstimmen.

Ihr jährliches Zusammentreffen und Ihre unermüdliche Arbeit des Erinnerns ist keinesfalls selbstverständlich, dennoch ist es wichtig. Sie tragen dazu bei, dass sich die Geschichte nicht wiederholt, und dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät. Da Ihre Erinnerungen mit starken Emotionen verbunden sind, ist es sicherlich nicht leicht, sich immer wieder auf die Reise in die Vergangenheit zu begeben. Der Umgang in unserem Land mit „Recht und Gerechtigkeit“ spielt dabei immer eine zentrale Rolle. Er hat starken Einfluss darauf, dass Ihre Wunden nach wie vor schmerzen, besonders weil die Vorstellungen, was einen „gerechten“ Ausgleich für jeden einzelnen bedeutet, sehr verschieden sind. Es ist verständlich, dass die Opfer der DDR die Milde der bundesdeutschen Strafverfolgung als geradezu skandalös empfinden, weil von den vielen Beschuldigten am Ende nur wenige tatsächlich verurteilt wurden.

Verständlich wird dies unter anderem, wenn man die Texte der vor wenigen Tagen verstorbenen Ellen Thiemann liest. Sie war eine von Ihnen und hat großen Anteil an der Aufarbeitung der Verbrechen der kommunistischen Diktatur. Sie stammte aus Dresden. Mit ihrem Ehemann, einem Fußballer und Sportjournalisten, plante sie Anfang der 1970er Jahre die Flucht in den Westen. Ihren Sohn Carsten schickten sie voraus, das Auto mit dem damals Elfjährigen wurde 1972 am Berliner Grenzübergang Invalidenstraße angehalten. Thiemann nahm die Schuld allein auf sich und wurde 1973 wegen Republikflucht verurteilt. Zweieinhalb Jahre war sie Insassin in Hoheneck, danach kaufte sie der Westen frei. Ab 1978 arbeitete sie als Journalistin beim Kölner-Express.

Ihre Geschichte bekommt nach dem Mauerfall noch einmal eine neue Wendung, als sie erfuhr, dass ihr Mann jahrelang als Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit gearbeitet hat. Ab dem Moment suchte sie nach Verantwortlichen und berichtete an Schulen über die unmenschlichen Zustände im ehemaligen Frauengefängnis. Sie gab den Opfern der DDR-Diktatur eine Stimme. Dafür gebührt ihr unsere Anerkennung und Dankbarkeit.

Sie war nicht allein, denn Sie, verehrte Damen, tuen es ihr seit Jahren gleich. Aus diesem Grund gebührt unsere Anerkennung ebenso Ihren Anstrengungen, das Gedenken an die Opfer und ihre Leiden in Hoheneck zu erhalten. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, das erleben wir alle, ist kein abgeschlossenes Kapitel. Und deshalb bedanken wir uns ausdrücklich für Ihre Arbeit. Machen Sie weiter und erinnern Sie uns daran, Frieden, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit strikt gegen ihre Feinde zu verteidigen.

Wir freuen uns auf ein persönliches Kennlernen in Berlin.

Peter Beyer, Mitglied des Deutschen Bundestages Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit der Bundesregierung

Johannes Selle, Mitglied des Deutschen Stellvertretender Ausschussvorsitzender Kultur und Medien